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Wolf-Dieter Wichmann gibt Karatelehrgang

Autor: Anton Hensel
Kategorie: Karate
12.04.2015

Der 1948 in Marktredwitz geborene Wolf-Dieter Wichmann ist Budô-Sportlehrer. Er trägt den 8. Dan Karatedô, 3. Dan Jüdô, 3. Dan Iaidô und den 1. Kyu Kyüdô. Diese Ränge sind nur Eingeweihten geläufig, der Laie liest staunend die Worte. Er war 3-facher Vize-Weltmeister, 2-facher Europameister und Deutscher Meister im Karatedô. Im Bereich der japanischen Kampfkünste (Budô bzw. Bujutsu werden Danträger, welche eine lehrende Position innehaben, mit ‚Sensei‘ angesprochen. Im engeren Sinn bedeutet die Bezeichnung „Lehrer des Weges”. 1964 begann Wichmann mit seinem Karateleben und hat nach über 50 Jahren ungeahnte Höhen in der Umsetzung der ursprünglichen, althergebrachten Ideen erreicht. Er gilt als einer der hervorragenden deutschen Vertreter seiner Sparte überhaupt.

Sensei Wichmann gibt auf Einladung der hiesigen Karateabteilung seit Jahren Fortbildungslehrgänge in der Bertleinschule in Lauf. Hochrangige Gurtträger aus ganz Süddeutschland finden sich zu den Kursen ein. Dennoch sind viele junge Menschen anwesend, um sich inspirieren zu lassen. Stefan Schenk, Abteilungsleiter der TSV-Karatekämpfer, freute sich auch in diesem Jahr über den großen Zuspruch und Besuch in der Halle. Die vollständige Organisation lag in den Händen der TSV’ler und wurde bravourös geschultert. An zwei Tagen vermittelte Wichmann seine neuesten Erkenntnisse und Philosophien, zusätzlich nahm er Leistungsprüfungen ab.

Wenn man mit ihm spricht, bemerkt man sehr schnell seine wahren Absichten und die klingen nicht nach Selbstverteidigung oder Karateattacken. „Wenn es uns gelingt, im Kernfeld Karatesport dem einzelnen Menschen und ausgehend davon in größeren Gruppen wieder ein Gefühl für den Bestand von Werten wie Achtsamkeit, Höflichkeit, ernsthaftes Bemühen, Rücksicht und Mitgefühl zu wecken und zu verinnerlichen, haben wir die ursprüngliche Botschaft des Karate-DÔ verstanden.” teilt er mit. Dies sei sein Ziel im Karate und deswegen setze er sich seit vielen Jahren dafür ein. Karate, wenn es denn Werte vermittelt die über den persönlichen Gewinn von Gürteln oder Pokalen hinausgehen, biete ein ideales Feld dafür.

Nun, der Berichterstatter hat sich vor Ort überzeugt und den Eindruck gewonnen, dass die Laufer Kartesportler sehr willig sind, die Ansichten Wichmanns für sich persönlich und im heimischen Dojo umzusetzen. Vor allen Dingen herrscht in der Vorstandsetage des Vereins große Freude über das ernsthafte, dennoch rücksichtsvolle Bemühen der Karateabteilung, sich verstärkt in den Belangen des Gesamtvereins zu engagieren und mitzumachen. Und wenn das nun intern organisiert ist und tatsächlich funktionieren sollte, wird die gesamte Abteilung vom Vorstand und Beirat zuvorkommende Höflichkeit und Achtsamkeit erfahren. Wir lernen daraus, dass sich die großartigen Lehren des Karatedô aus dem 6. Jahrhundert tatsächlich auch auf die meist im fortgeschrittenen Alter befindlichen, dickbäuchigen Nichtkaratemitglieder des Verwaltungsausschusses beim TSV auswirken könnten. Gegenseitiges Mitgefühl wäre in jedem Fall garantiert und würde rücksichtsvoll vorgetragen.

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